Grundeinkommen

... bedingungslos kreativ für Marburg

Eigentlich hätte nach anfänglichen Planungen bereits am 21.3. die Anmeldephase beendet werden sollen, aber dann hätte der Modellversuch wohl in erster Linie in verschiedenen kleinen Gemeinden stattfinden können, und er würde damit dann wohl kaum eine repräsentative Studienbasis bilden. Ich gehe deshalb davon aus, dass wir weiterhin die Chance erhalten, uns auch darüber hinaus anmelden zu können. Immerhin gut 60.000 Bundesbürger haben mit ihrer Anmeldung innerhalb eines Monats, dem Projekt ihre Unterstützung signalisiert. Es leuchtet aber ein, dass die Hemmschwelle zu einer Expeditionsanmeldung etwas höher als beim konsequenzlosen Unterzeichnen einer Petition liegen dürfte. Ein Projekt wie dieses braucht genügend Zeit, um ein solides Wachstum entwickeln zu können.

 

Marburg hat inzwischen 400 von den erforderlichen 800 Anmeldungen zusammen und hebt sich auf der Deutschlandkarte deutlich erkennbar als 'innovative Provinzhauptstadt' ab, aber die Stadt hätte mit dem ursprünglich angestrebten Anmeldeschluss wohl keine Chancen, noch an dem Modellprojekt teilnehmen zu können. Aus diesem Grund wurden die Zielvorgaben der Expedition Grundeinkommen jetzt etwas gelockert, was aus meiner Sicht auch absolut sinnvoll ist, denn es geht in der Anmeldephase ja nicht darum, in einem schnellen Buschfeuer 800 Leute lediglich zur Anmeldung zu überreden, sondern es geht darum, Menschen zu bündeln, die von der Idee des Modellversuchs (nicht unbedingt vom bedingungslosen Grundeinkommen selbst) überzeugt sind und das Projekt auch durch ihr Engagement und ihre Begeisterung mit unterstützen und voran bringen möchten.

 

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal betonen, dass man durchaus nicht zwingend Fan des bedingungslosen Grundeinkommens sein muss, um sich für den Modellversuch anzumelden. Gerade aus Sicht der Skeptiker macht es Sinn, unter dem unbestechlichen Blick wissenschaftlicher Analytiker, die schwer vorhersehbaren Probleme zu ergründen, die sich bei der Einführung eines solchen Modells herauskristallisiren könnten. Egal ob Befürworter oder Gegener des BGE, es lohnt sich, in Marburg für einen Modellversuch einzutreten.

 

Die angestrebte Durchführung eines Bürgerbegehrens wird sich vor Ort aber nicht ganz von allein realisieren lassen. Es erfordert schon etwas Einsatz beim Sammeln von Unterschriften und beim Diskutieren oder Organisieren. Es braucht also eine solide Unterstützer-Basis in Marburg, die dann zusammen mit dem Team der Expedition Grundeinkommen in Berlin das Projekt in die Realität umsetzt. Ein Prozent der Stadtbevölkerung ist dafür auch aus meiner Sicht eine passende Zielvorgabe.

 

Um den Modellversuch unter wissenschaftlich sinnvollen Aspekten starten zu können, müssen sich so viele Städte und Gemeinden qualifizieren, dass am Ende mindestens 1000 Modellversuchsteilnehmende ausgewählt und finanziert werden können. Davon ist das Projekt aktuell noch einige Tage entfernt. Dennoch gibt es keine Zeit zu verlieren. Wenn es für die fehlenden 400 Unterschriften auch wieder 4 Wochen dauern sollte, wird Marburg wohl eher aus der zweiten Reihe dem Modellversuch als Zuschauer beiwohnen müssen. Lüneburg hat als erste Stadt mit vergleichbarer Größe bereits das Anmeldequorum erreicht. Sollte das in Marburg nicht erst recht möglich sein???

 

Um das Modellprojekt zum bedingungslosen Grundeinkommen wirklich nach Marburg holen zu können, reicht es nicht aus, sich nur selbst dafür anzumelden. Möglichst viele Marburgerinnen und Marburger müssen erreicht und informiert werden. Schreibt also bitte viele WhatsApp-Nachrichten und E-Mails, nehmt Youtube-Videos auf, diskutiert im Internet, mit Nachbarn, Freunden, Lehrern über das Thema, sprecht Politiker*innen an, versorgt die Medien mit Informationen, entwickelt eigene kreative Ideen, um andere Menschen auf das Projekt aufmerksam zu machen.

 

Es geht um's Ganze – und um unsere Zukunft!

 

https://expedition-grundeinkommen.de/gemeinden/marburg