Grundeinkommen

... bedingungslos kreativ für Marburg

Am 26.2. habe ich mich als 7. oder 8. Marburger dafür angemeldet, dass wir den Modellversuch auch nach Marburg holen. Inzwischen sind es weit über einhundert Anmeldungen und täglich werden es mehr. Ich war sofort begeistert von der Idee, nicht nur im fernen Berlin kleine Modellversuche auf Spendenbasis durchzuführen, sondern hier vor der Haustür direkt miterleben zu können, wie unter dem wachsamen Auge wissenschaftlicher Forschung schon relativ realitätsnah Studien mit einem bedingungslosen Grundeinkommen vorangebracht werden können.

2023 ist als Beginn des bundesweit in vielen Kommunen parallel stattfindenden Modellversuchs angedacht. Bis dahin werden wir uns intensiv hier vor Ort mit dem Thema auseinandersetzen müssen. Wie lässt sich das finanzieren? Wie passt das in den gesetzlichen Rahmen? Was für Auswirkungen kann das Projekt möglicherweise auf die lokalen Strukturen haben? In welcher Weise kann die Stadt von einer Durchführung und Finanzierung profitieren? Das könnte ein interessanter Diskussionsprozess werden, in dem wir lernen, das bedingungslose Grundeinkommen überhaupt erst einmal zu denken. Und das ist aus meiner Sicht ganz entscheidend, dass das bedingungslose Grundeinkommen als Denkprozess verstanden wird, in dem wir über die Werte und Ziele unserer Gesellschaft und Kultur nachdenken. Was ist uns wirklich wichtig? Welches Leben wünschen wir unseren Kindern? Wie könnte hier vor Ort in Marburg die Utopie eines wünschenswerten Zusammenlebens aussehen?